028: Die Fotografin und Generation Kill
Shownotes
In dieser Folge begeben wir uns auf eine faszinierende historische Reise durch den Zweiten Weltkrieg, begleitet von der Fotografin Lee Miller. Der Film, den wir besprechen, zeigt nicht nur ihr Leben, sondern auch ihren unermüdlichen Einsatz, die Unmenschlichkeiten des Krieges mit ihrer Kamera festzuhalten. Wir tauchen ein in ihren Kampf gegen Widerstände und gesellschaftliche Vorurteile, die Frauen in dieser Rolle oft entmutigen und sie schließlich zum Handeln zwingen.
Der Film beginnt in der Zeit vor dem Krieg, als Lee versucht, die Redaktion der Vogue von der Notwendigkeit zu überzeugen, über die Kriegsverbrechen zu berichten, was jedem Militarismus und der britischen Regierung gegenüber stand. Wir verfolgen, wie sie sich mit einer männlichen Identität verkleidet, um an die Front zu gelangen, und schließlich in einem amerikanischen Lazarett ankommt. Die Darstellung der brutalsten Erlebnisse im Feldlazarett beeindruckt, insbesondere wenn wir durch die Augen von Miller zusehen, wie sie den Schrecken des Krieges ungeschönt dokumentiert. Die emotionalen Begegnungen, die sie mit betroffenen Soldaten hat, zeigen die menschliche Seite des Krieges und die Tragik, die jeder einzelne von ihnen durchlebt.
Im Laufe des Films wird sie Zeugin der Befreiung von Konzentrationslagern und der grauenvollen Zustände, die sie mit ihrer Kamera festhält. Besonders beeindruckend ist die Szene, in der Lee die Körper von Opfern fotografiert, die als Teil der Befreiung aus einem Lager vor sich liegen. Diese Szenen sprechen für die Schwere der Thematik, die von den Zuschauern oft als schwierig, aber notwendig empfunden wird. Der Film meistert es, diesen Grauen realistisch und gleichzeitig respektvoll darzustellen, und zeigt das moralische Dilemma, das viele Kunstschaffende in Kriegszeiten durchleben.
Wir sprechen auch darüber, wie Lee Millers Fotografien letztendlich von der Vogue abgelehnt werden, da die britische Regierung eine Berichterstattung über die Kriegsgräuel verhindern möchte. Es handelt sich um ein feministisches Werk, das die Herausforderungen und Widerstände einer talentierten Frauenfigur im Männerdominierten Journalismus des Zweiten Weltkriegs exponiert. Die emotionale Tiefe der Geschichte wird hervorgehoben durch die schauspielerische Leistung von Kate Winslet, die Lee Millers Charakter mit großer Intensität verkörpert.
Des Weiteren beziehen wir uns auf die Serie „Generation Kill“, die den Irakkrieg thematisiert. Hier wird ein ganz anderer Blickwinkel auf den Krieg geworfen, durch die Augen eines Journalisten, der die Realität und das Chaos des Krieges miterlebt. Die Serie bietet eine kritische und nüchterne Sicht auf die amerikanische Militärführung und zeigt, wie Soldaten mit ihrer zunehmend zynischen Sichtweise den Krieg verarbeiten. Diese beiden Werke ergänzen sich wunderbar und verdeutlichen die vielen Facetten von Krieg und die Notwendigkeit, über diese Themen zu sprechen und sie kulturell zu verarbeiten.
Abschließend laden wir die Zuhörer ein, ihre Gedanken zu diesen Themen zu teilen und vielleicht auch überlegen, welche weiteren Kriegsfilme oder -serien sie empfehlen würden. Die Diskussion um solche Themen bleibt zeitlos und relevant, und wir freuen uns auf die nächsten Folgen, die solche wichtigen Gespräche weiterführen.
Shownotes:
- Der Film der Woche bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Fotografin
- Die Serie der Woche bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Generation_Kill_(Fernsehserie)
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Transkript anzeigen
00:00:00: Ein großes Hallo und damit herzlich willkommen zu Folge 28. Heute begeben wir
00:00:04: uns auf eine historische Reise in den Zweiten Weltkrieg und begleiten die Fotografin
00:00:08: Leigh Miller auf ihrem Weg durch Europa.
00:00:11: Und mit Generation Kill haben wir heute auch eine fesselnde Serie im Angebot. Herzlich willkommen.
00:00:17: Music.
00:00:24: Bildschirm Buddies, der Film- und Serien-Podcast mit Pascal Wichmann und Alexander Kais.
00:00:30: Music.
00:00:40: Ja, hallo Alex, hallo auch an die Zuhörerinnen und Zuhörer da vor den Empfangsgeräten
00:00:45: oder an den Empfangsgeräten und damit herzlich willkommen zu Folge 28,
00:00:49: ihr habt es gerade schon gehört und heute widmen wir uns mal wieder den ernsteren
00:00:53: Themen, nachdem wir die letzten Folgen ziemlich ausgelassen auch für ein bisschen
00:00:57: Humor und Unterhaltung gesorgt haben. Ja, moin Pascal.
00:01:02: Ja, tatsächlich mal wieder was Ernsteres, aber auch was, wo ich sagen muss,
00:01:07: sehr Sehenswertes definitiv.
00:01:09: Also zum Film musst du ein bisschen uns abholen, den habe ich leider nicht mehr
00:01:13: geschafft, den mir anzugucken.
00:01:15: Der stand zwar auf der Liste, aber ich habe es irgendwie zeitlich leider nicht
00:01:18: hingekriegt. Dafür erzähle ich dann später was zur Serie.
00:01:20: Ja, hervorragend. Da machen wir das doch und starten gleich, würde ich sagen.
00:01:23: Ja, vor einiger Zeit, vor einigen Wochen, heute am Aufnahmetag ist das schon
00:01:27: ein paar Wochen her, hat mir eine Bekannte geschrieben. Pascal,
00:01:30: hast du nicht mal wieder Lust auf Kino?
00:01:31: Und ich habe gesagt, du, ich bin gerne dabei. Hast du denn irgendeinen Film,
00:01:35: den du sehen möchtest? Und dann hat sie mir die Fotografin geschickt.
00:01:38: Und ich muss sagen, ich bin jetzt kein übertriebener Kate Winslet-Fan,
00:01:42: aber ich habe mir den Trailer mal angeguckt und dachte mir, ja,
00:01:46: das Arthouse ist ein Nischenfilm, den gucke ich mir auf jeden Fall mal mit an.
00:01:49: Weil wer mich kennt und auch unsere Beschreibung vom Podcast mal gelesen hat,
00:01:53: der weiß, dass ich eben auch diese Nischenfilme gerne mal gucke,
00:01:56: um eben dort auch die Randgruppen zu bedienen.
00:01:59: Und dann bin ich ins Kino gegangen und ich kannte die gesamte Geschichte von
00:02:02: Lee Miller überhaupt nicht, ich wusste nicht, worum soll es in dem Film gehen,
00:02:06: ich wusste nur eine Kriegsfotografin und.
00:02:09: Bin entsprechend mit einer überhaupt nicht existierenden Erwartungshaltung in
00:02:13: diesen Film gegangen, war überrascht, dass der Kinosaal trotz des Arthauses zur Hälfte gefüllt war.
00:02:19: Das erlebe ich auch nicht oft, wenn ich dann solche Filme im Kino gucke.
00:02:22: Und es geht eigentlich gleich los.
00:02:25: Also Lee Miller war ein Fotomodel für die Vogue, wie auch immer diese Zeitung
00:02:30: ausgesprochen wird in Großbritannien und wechselt irgendwann die Position.
00:02:36: Statt sich fotografieren zu lassen, wird sie Fotografin und möchte unbedingt
00:02:41: nach Europa auf das Festland rüber und möchte unbedingt die Kriegsverbrechen
00:02:46: der Nazis dokumentieren und möchte unbedingt den Krieg fotografisch überhaupt dokumentieren.
00:02:51: Auch alles, was mit der Zerstörung einhergeht etc.
00:02:55: Und da beginnt der Film dann tatsächlich. Sie hat viele Freunde,
00:02:59: einige davon leben in Paris.
00:03:00: Auf die kommt man später nochmal zurück. Und sie versucht, die Vogue zu überzeugen, sie hinzuschicken.
00:03:06: Dort sagt man, nein, wir berichten lieber über Netzstrümpfe für Frauen,
00:03:10: wir brauchen keine Frauen, die im Krieg fotografieren.
00:03:13: Diese Taten will niemand sehen, auch die britische Regierung hat das an sich
00:03:17: tatsächlich nicht sehr gewünscht.
00:03:19: Sie bleibt aber hartnäckig an der Sache dran und tarnt sich dann als US-Amerikanerin,
00:03:23: weil sie eben einen Doppelpass hat.
00:03:25: Mehr oder weniger rüber aufs Festland und ist dann eben bei den Amerikanern
00:03:30: in einem Lager gelandet, in einem Militärlager,
00:03:33: wo sie den dortigen General unbedingt davon überzeugen möchte,
00:03:37: endlich mitzukommen in die Einsätze, die seine Soldaten immerhin beschreiten.
00:03:42: Und er sagt immer wieder, nein, Frauen sind an der Front verboten,
00:03:45: Frauen gibt es nicht, keine Frauen dies, keine Frauen das, das ist zu gefährlich.
00:03:50: Aber sie bleibt da hartnäckig und schleicht sich dann in die Einsatzbesprechungszelte
00:03:55: mit rein, wo sie sich dann eine Mütze aufsetzt, eine sehr weite Uniform anzieht,
00:04:00: um irgendwie alles zu verdecken, das zeigen könnte, dass sie eine Frau ist.
00:04:03: Sie fliegt trotzdem auf und der General sagt, gut, du hast es offensichtlich
00:04:08: nicht anders gewollt, dann geh doch mal ins Feldlazarett und guck dir mal an,
00:04:12: was dich erwartet an der Front.
00:04:14: Und dann geht sie ins Lazarett mit ihrer Kamera.
00:04:17: Und in dem Moment wirst du selber als Zuschauer eben derjenige,
00:04:22: der durch das Lazarett geht,
00:04:24: und dann siehst du, wie ein Arzt ein Bein amputiert, gut, das hat man jetzt
00:04:28: hundertmal schon gesehen, aber diese Eindrücke, diese Art, wie das rübergebracht
00:04:32: wird in einem Film, ist einfach nochmal eine ganz andere.
00:04:35: Und es sind alles so sehr dunkle, schummrige Ecken und das Licht fällt aus und
00:04:40: dann braucht man eben jemand eine Taschenlampe, die sie dabei hat,
00:04:43: damit man weiter das Bein absägen kann.
00:04:46: Sie findet schwerstverwundete Soldaten,
00:04:48: die eigentlich nur noch in einem kompletten Verband im Bett liegen.
00:04:54: Mit einem unterhält sie sich dann auch und der erzählt ihr dann auch von der
00:04:57: Heimat von Amerika und dass ihr Vater wird und eine junge Frau hat.
00:05:01: Also da prasseln viele Schicksale aufeinander und eben auch eine jetzt desillusionierte
00:05:07: Kate Winslet, die hervorragend spielt.
00:05:09: Und sie trägt den Film mit ihrer gesamten Mimik tatsächlich auch ganz gut mit.
00:05:14: Ihr reicht das tatsächlich noch
00:05:15: nicht. Also andere wären an der Stelle wahrscheinlich schon ausgestiegen.
00:05:18: Ihr reicht das nicht und sie schafft es tatsächlich, dann den General zu überzeugen,
00:05:22: dann mit an die Front zu kommen.
00:05:24: Und dann befinden wir uns mitten im Krieg.
00:05:27: Und sie dokumentiert die Kriege. Sie dokumentiert die Bombeneinstiege.
00:05:30: Sie dokumentiert die Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
00:05:33: Sie ist gnadenlos, kann man sagen. Alles, was sie vor die Kamera kriegt,
00:05:38: kriegt sie vor die Kamera und fotografiert sie.
00:05:40: Zum Beispiel auch befreite Lager.
00:05:43: Die sie begleitet. Die Amerikaner haben ja einige Konzentrationslager befreit,
00:05:47: auch in deiner Gegend, wo du wohnst.
00:05:49: Und dort war sie dann auch und dann hat sie zum Beispiel ein kleines Mädchen
00:05:54: fotografiert, was total Angst vor ihr hatte,
00:05:56: weil es sich ein Laib Brot genommen hat, weil die Amerikaner in diese Läger
00:05:59: eben ganz viel Brot gebracht haben, um die Leute dort ja auch mit dem Essen wieder aufzupäppeln.
00:06:05: Ihr reicht das immer noch nicht, weil sie gehört hat, dass ein noch viel größeres
00:06:09: Lager befreit wurde. Also fährt sie mit ihrem Kollegen hin.
00:06:13: Und das ist eine ganz, ganz bizarre Szene.
00:06:17: Sie geht durch dieses verlassene Lager und fotografiert Leichenstapel.
00:06:23: Und das ist an sich schon sehr brutal, wo wir nur drüber reden,
00:06:27: wo ihr das vielleicht hört.
00:06:28: Wie muss das dann für sie in echt gewesen sein? Und dieser Film,
00:06:31: der bringt das richtig, richtig gut rüber.
00:06:33: Also auch das Thema, das gibt es ja in der Filmwelt zuhauf.
00:06:37: Leichenstapel von befreiten Konzentrationslagern mit Menschen,
00:06:41: denen man nicht mehr helfen kann.
00:06:42: Wo jede Hilfe zu spät kommt und trotzdem schafft es auch jeder Film mit seiner
00:06:46: Kameraarbeit, dem Licht und auch eben dieser hervorragenden Kate Winslet,
00:06:50: wie gerade erwähnt, den Film gut zu tragen und diese ganzen Gefühle gut zu transportieren.
00:06:56: Nachdem dieses Lager befreit wurde und sie ihre fotografischen Dokumentationen
00:07:00: erledigt hat, ist sie dann zurückgefahren und jetzt muss ich glaube ich lügen,
00:07:05: Ich meine, München war es, zu Hitlers Wohnsitz in den Prinzregentenplatz,
00:07:11: wo sie sich dann reinschmuggelt mit Zigaretten und innen drin dann die suizidierten
00:07:17: Nazi-Größen fotografiert.
00:07:20: Und es gibt ein berühmtes Bild, was man mit Lee Miller in Verbindung bringt,
00:07:25: nämlich das in der Badewanne von Adolf Hitler mit dem Bild von Eva Braun.
00:07:30: Und die Entstehung dieses Bildes wird in dem Film eben auch aufgegriffen und
00:07:35: ist somit der absolute Höhepunkt des Films.
00:07:39: Alles, was danach kommt, ist dann nur noch die Rückkehr nach England und auch
00:07:43: wie sie in Paris ihre Freundin wiederfindet, die im Krieg aber alles verloren
00:07:47: hat und jetzt auch nicht mehr mit Lee groß zu tun haben möchte.
00:07:51: Und in England angekommen, hat sie diese Fotos, und es sind tausende Fotos, der Vogue gegeben.
00:07:57: Und die Vogue England weigert sich, diese zu drucken, weil die britische Regierung
00:08:01: sagt, das Volk muss mal abschließen.
00:08:04: Diese Fotos werden wir nicht zeigen. Daraufhin fängt sie an,
00:08:07: die Fotos zu zerschneiden, weil es sind ja ihre Fotos.
00:08:11: Ein paar können gerettet werden, weil ihre Chefredakteurin sagt,
00:08:14: wir können sie der Vogue in Amerika geben und die drucken die.
00:08:17: Und so kommt es dann tatsächlich auch. Also die Briten haben sie nicht gedruckt,
00:08:21: die Amis haben sie gedruckt. Soviel zum Inhalt des Films.
00:08:24: Okay, krass. Ja, ich glaube, den muss ich mir tatsächlich mal anschauen,
00:08:29: auch wenn ich es bislang nicht geschafft habe.
00:08:31: Klingt erstmal sehr interessant, ist aber halt auch kein Popcorn-Kino.
00:08:36: Das haben wir ja vorhin schon eingangs gesagt. Also das ist jetzt ein sehr ernstes
00:08:40: Thema und auch sehr grafisch, so wie du das gerade jetzt auch geschildert hast.
00:08:45: Ich weiß nicht, ob es den 700. Film zu dem Thema braucht.
00:08:50: Das ist jetzt mal eine grundsätzliche Frage, die man sich da vielleicht einfach
00:08:54: stellen muss, wie oft man das Thema noch aufbereiten möchte.
00:08:58: Aber so wie das klingt, ist das ja wohl tatsächlich so passiert.
00:09:03: Also du hast ja auch gerade gesagt, dass mit diesem Foto von Eva Braun in dieser
00:09:06: Badewanne, da hat sie ja ein bisschen was dazu gebastelt. Also das quasi das
00:09:11: Bild von Adolf Hitler daneben platziert wurde, das Porträt.
00:09:14: Das war ja nicht so, wie sie es dann letzten Endes fotografiert hat.
00:09:18: Also das hat sich nicht so vorgefunden.
00:09:20: Aber klingt auf jeden Fall jetzt erst mal nach einem sehr interessanten Film
00:09:24: und hat mich jetzt, gerade weil du gesagt hast, Feldlazarett,
00:09:27: auch so ein bisschen an diese alte Serie aus den, ich weiß nicht,
00:09:30: 70ern oder 80ern erinnert, MASH.
00:09:32: Ich weiß nicht, ob du die gesehen hast, wo es um dieses Feldlazarett in Korea geht, beim Koreakrieg.
00:09:37: Das ist natürlich dann auch immer ein Punkt, wo man abseits des doch von den
00:09:42: Kriegstreibern ja so heroisch dargestellten Soldatenlebens mal sieht,
00:09:46: was passiert, wenn man halt einfach es nicht geschafft hat, irgendwas einzunehmen
00:09:51: oder die Front zu stürmen erfolgreich,
00:09:53: sondern hat einfach auf dem Weg dorthin quasi ein Kollateralschaden des Krieges geworden ist.
00:09:57: Und ich glaube, dieses Stilmittel, das ist an der Stelle natürlich dann auch
00:10:02: recht praktisch für die Filmer,
00:10:05: um das einfach sehr eindringlich, für den Letzten, der noch nicht kapiert hat,
00:10:09: das Krieg scheiße ist, dann nochmal quasi so zu positionieren.
00:10:12: Ja, also die Botschaft mit, dass Krieg scheiße ist, schweilt hier natürlich auch ganz groß mit.
00:10:16: Und ja, du hast natürlich recht, sie hat das Motiv in der Badewanne,
00:10:19: hat sie sich selbst präpariert, indem sie die Bilder umgestellt hat.
00:10:22: Sie hat sich praktisch ihr eigenes Set für das Foto gebaut.
00:10:26: Grundsätzlich bin ich auch mit der Frage, die du gerade gestellt hast,
00:10:29: beide, die da ja war, ob es jetzt den 700.000.
00:10:32: Film zu dem Thema braucht. Ich bin selber auch, was die Themen mit dem Zweiten
00:10:36: Weltkrieg und Filmen über den Zweiten Weltkrieg und die Nazi-Verbrechen angeht,
00:10:39: tatsächlich auch auf diesem Punkt, wo man sich denkt, okay, hat man alles gesehen,
00:10:43: man weiß, es war absolut grausam, man darf die Taten nicht vergessen.
00:10:48: Aber trotzdem finde ich es halt auch manchmal bei dem einen oder anderen Film
00:10:52: sehr nervig, Wo ich mir denke, den hat es jetzt nun wirklich nicht gebraucht,
00:10:56: zumal die Filme ja keine neue Idee mehr mitbringen.
00:10:59: Also damals der Junge im gestreiften Pyjama, der war auf eine andere Art und
00:11:02: Weise brutal, weil es eben aus Kindersicht gezeigt wurde mit dieser kindlichen Naivität.
00:11:07: Jojo Rabbit hatten wir auch schon thematisiert, wurde auch aus der Sicht eines Kindes erzählt.
00:11:12: Ja, oder Schindlers Liste. Das sind halt einfach Filme, die halt da auch einfach
00:11:16: das Ganze noch mal aus einer neuen Perspektive bringen.
00:11:18: Aber ich will jetzt den Film ungesehen nicht gleich zerreißen,
00:11:21: aber es hört sich so an, als ob es jetzt halt alter Wein in neuen Schläuchen ist.
00:11:25: Ja, eigentlich nicht wirklich, weil diese Idee mit einem Kriegsfotografen oder
00:11:29: einer Kriegsfotografin, die ja auch noch in echt gelebt hat und die auch damals
00:11:32: zur Premiere gekommen ist, gab es so tatsächlich ja nicht.
00:11:36: Und die Geschichte von Lee Miller war ja uns tatsächlich auch sehr unbekannt.
00:11:40: Also in England kannte man sie und in Amerika, aber so in der restlichen Welt tatsächlich nicht.
00:11:44: Und ihre Werke tatsächlich waren auch relativ unbekannt. Und also da finde ich
00:11:48: schon, hat der Film seine Daseinsberechtigung und ist vielleicht nicht aus derselben
00:11:51: Schublade gezogen worden wie zwei Drittel aller anderen Weltkriegsfilme.
00:11:55: Weil es hier tatsächlich kein direkter, also ich würde sagen,
00:11:58: es ist kein direkter Weltkriegsfilm, sondern mehr eine Biografie.
00:12:01: Und diese Biografie spielt nun mal im Zweiten Weltkrieg.
00:12:05: Ja, okay, alles klar. Dann ja, wie gesagt, ich werde mir mal auf jeden Fall
00:12:09: anschauen, wie lange dauert der denn? Der geht noch nicht mal zwei volle Stunden.
00:12:13: Also kurz bevor die Zwei-Stunden-Schwelle erreicht ist, ist dann auch vorbei.
00:12:17: Also der Film spart auch an Längen, der Film baut auch nichts künstlich auf.
00:12:21: Wenn etwas aberzählt ist, ist es aberzählt und dann geht es auch nahtlos weiter.
00:12:25: Also das ist wirklich eine hervorragende Arbeit, die da gemacht wird.
00:12:28: Ja, das ist dann schon wieder angenehm, weil es muss auch nicht immer das Drei-Stunden-Epos sein.
00:12:33: Apropos Drei-Stunden-Epos, ich weiß nicht, ob wir es schon gesagt hatten,
00:12:35: der Directors Cut von Napoleon ist da. Der ist draußen, ne? Ja,
00:12:40: ich habe ihn noch nicht geguckt. Hast du ihn schon gesehen?
00:12:42: Nee, ich warte noch drauf, dass du dich noch mehr drüber aufregst.
00:12:45: Ich habe ja damals gesagt, vielleicht rege ich mich nicht auf,
00:12:48: weil jetzt in der Directors Cut vielleicht einige Handlungen aus der normalen
00:12:52: Kinofassung jetzt Sinn ergeben.
00:12:53: Also ich müsste ihn eigentlich tatsächlich mal gucken und schauen,
00:12:57: ob ich recht hatte mit meiner Vermutung.
00:12:59: Ich warte noch auf die erboste WhatsApp-Nachricht irgendwann abends von dir. Okay, ja.
00:13:06: Ja, okay. Nee, aber grundsätzlich, ja, kann man mal machen.
00:13:10: Es ist schön, dass es eine echte Story ist, wobei natürlich auch hier wieder
00:13:14: über den Wahrheitsgehalt, also bis auf das Foto, habe ich jetzt nicht rausgehört,
00:13:19: ob das jetzt wirklich zu 100% dokumentarisch ist.
00:13:23: Jetzt mal eine blöde Frage, die ist wahrscheinlich nicht mehr am Leben, oder die Frau?
00:13:27: Nein, die Müller ist. Sie ist wahrscheinlich irgendwann gestorben.
00:13:29: Genau, also Lee Miller ist gestorben. Okay.
00:13:32: Und hat die das irgendwie in Buchform
00:13:34: dann aufgeschrieben oder ist das Hörensagen, was da verfilmt wurde?
00:13:37: Nein, sie hat es tatsächlich aufgeschrieben und in dem Film erzählt sie es einem
00:13:41: Journalisten und am Ende des Films stellt sich heraus, dass der Journalist ihr Sohn ist.
00:13:45: Also Lee Miller war tatsächlich auch schwanger, aber sie konnte sich um das
00:13:48: Kind nicht kümmern, weil sie es weggegeben hat.
00:13:50: Also vielleicht war dann auch tatsächlich in dem Film die Entscheidung,
00:13:54: einen Journalisten die Geschichte erzählen zu lassen, die Entscheidung ist,
00:13:59: dem Kind erzählen zu lassen, weil am Ende fügt sich das Bild zusammen und der
00:14:02: Journalist findet raus, dass es seine Mutter war, mit der er gesprochen hat.
00:14:05: Also das ist auch nochmal ein emotionales Ende, das der Film da mit sich bringt.
00:14:09: Und Lee Miller ist übrigens 1977 schon gestorben, also vor 47 Jahren. Ah ja, okay.
00:14:15: Ja, ich habe es gerade in unseren Shownotes gesucht, aber nicht finden können auf die Schnelle.
00:14:20: Ja, gut, ich lese gerade so auch in den Shownotes, dass der wohl ein paar Mal verschoben worden ist.
00:14:27: Also der hätte wohl schon wesentlich früher anfangen sollen mit der Produktion,
00:14:31: aber aus irgendeinem Grund hat sich das dann verzögert.
00:14:34: Magst du uns da noch was zu erzählen? Ja, also es gab einen Zwischenfall in
00:14:39: Kroatien, da stürzte Kate Winslet während des Drehs.
00:14:43: Das hat natürlich die Dreharbeiten und das ursprüngliche Veröffentlichungsdatum
00:14:46: ein wenig verzögert, dass es eben passiert.
00:14:49: Aber sonst habe ich auch nichts Nennenswertes gefunden, warum sich der Start verzögert.
00:14:53: Also gehe ich mal davon aus, dass es der Unfall von Kate Winslet war,
00:14:57: der dann eben den Film kurzzeitig auf Eis gelegt hat.
00:14:59: Und seine Premiere deswegen in Deutschland zumindest erst am 19.
00:15:02: September diesen Jahres erfolgt ist. Auch wenn die ursprüngliche Uraufführung
00:15:06: bereits September 2023 stattgefunden hat, nämlich beim Toronto International Film Festival.
00:15:12: Okay, ich sehe, der ist FSK 12. Da sind wir wieder bei dem Thema,
00:15:16: ob das wirklich was für Zwölfjährige sein sollte.
00:15:19: Das Thema vor allem mit sehr grafischer Darstellung von einem Feldlazarett und
00:15:23: einem Konzentrationslager.
00:15:25: Wie würdest du das sehen? Ist das was für Zwölfjährige?
00:15:29: Also jetzt kommt wieder meine böse Grumpy-Einstellung. Ich glaube,
00:15:32: dass die junge Generation von heute bestimmt nicht alle, aber einige den Film verstehen werden.
00:15:39: Zwölf würde ich tatsächlich auch sagen. Also dann ist der Film erstens auch
00:15:44: zugänglich für eine breite Masse.
00:15:45: Man könnte ihn vielleicht auch in einem Lehrplan mal zeigen,
00:15:48: wenn man das Thema generell mal aufarbeitet.
00:15:51: Weil dafür sind so diese Horrorszenen, sage ich mal, tatsächlich relativ begrenzt
00:15:55: und auch nicht von großer Dauer. Also die Dramatik, die Schwere des Films,
00:15:59: die schwillt halt während der gesamten Spielzeit unterschwellig mit.
00:16:02: Und diese wirklichen Horrorszenen, die sind dagegen, wenn man das auf den Film
00:16:06: hochrechtet, vielleicht 15 bis 20 Minuten. Okay.
00:16:10: Ja, immerhin. Wissen wir was zum Budget des Films?
00:16:17: Ich habe leider nichts herausgefunden zu dem Budgetpunkt.
00:16:22: Ich schaue aber nochmal geschwind rüber, so die Fotografin.
00:16:27: Vielleicht finden wir ja was raus, während wir hier in dieser Aufnahme sind.
00:16:30: Ja, das kann man ja auch machen.
00:16:32: Also warum nicht nebenbei ein bisschen googeln?
00:16:36: Genau, wir überbrücken das Ganze dann einfach ganz schön für die Leute hier,
00:16:41: damit er sich allzu langweilig wird und Rotten Tomatoes Wertung.
00:16:49: Ich lese auch gerade mal so drüber, wer da sonst noch alles so mitgespielt hat.
00:16:54: Ist jetzt mir tatsächlich keiner so richtig bekannt auch, außer Kate Winslet.
00:16:59: Vielleicht Andy Samberg noch, aber ansonsten, es ist halt doch irgendwie Arthouse.
00:17:05: Es ist halt Arthouse, genau. Und Kate Winslet ist halt die, ja,
00:17:08: die Aushängefigur des Films.
00:17:10: Eben die namhafteste Schauspielerin. Nee, eine Budgetfrage habe ich tatsächlich nicht gefunden.
00:17:15: Es gibt aber Kritiken. Also Rotten Tomatoes zum Beispiel sagt 71 Prozent positiv,
00:17:21: was eine Durchschnittsjahrung von 6,4 von 10 möglichen Punkten entspricht.
00:17:24: Und die Website Metacritic ergab 58 von 100 Punkten, basierend auf 10 ausgewerteten Kritiken.
00:17:32: Also man sieht auch schon anhand der abgegebenen Kritiken, dass es eher ein
00:17:35: Randgruppen, ein Nischenfilm ist, aber dann trotzdem dieses Ergebnis einzufahren,
00:17:41: das finde ich auch ganz gut. Ja, doch, absolut, ja.
00:17:45: Ja, ich sehe ansonsten noch, dass der auf Sky wohl zur Verfügung gemacht werden
00:17:50: soll oder schon ist, dass man den da angucken kann, aber wenn der jetzt erst seit 19.
00:17:56: September läuft, also quasi zwei Monate, ich habe ihn tatsächlich noch nirgends
00:18:02: gesehen. Ich auch nicht, aber vielleicht kommt er jetzt im Dezember raus.
00:18:05: Also dann sind ein paar Monate vergangen.
00:18:07: Also wenn er dieses Jahr noch kommen soll, wie Sky mitgeteilt hat,
00:18:10: dann wird das bestimmt erfolgen.
00:18:12: Ich glaube auch, das hängt auch damit zusammen, weil der Film eben in Deutschland
00:18:14: oder in Europa über Studio Kanal vertrieben worden ist.
00:18:18: By the way, wir sind ja nicht die einzigen, die Film- und Serien-Podcasts machen.
00:18:23: Und die älteren Zuhörerinnen und Zuhörer kennen vielleicht Cold Mirror noch
00:18:29: von diversen YouTube-Formaten. Unter anderem auch der Harry-Podcast.
00:18:34: Kaddi, also die Macherin Cold Mirror, über Jahre hinweg den ersten Harry-Potter-Film
00:18:39: bespricht immer fünf Minuten des Films und das erfüllt dann ungefähr eine Stunde
00:18:44: bis zwei Stunden Podcast-Folge.
00:18:45: Die guckt sich den Film halt wirklich Frame für Frame an.
00:18:48: Und da war jetzt lange Zeit Ruhe, man hat von Kaddi nichts mehr gehört, aber die ist wieder da.
00:18:53: Und an der Stelle, falls ihr euch, wenn ihr den Podcast hört,
00:18:55: wahrscheinlich für Filme und Serien interessiert,
00:18:58: dann möchte ich euch Tele-Kaddi ganz warm ans Herz legen, denn Cold Mirror ist
00:19:03: wieder da und macht einen Podcast über Serien, die wir in unserer Jugend und
00:19:08: Kindheit angeguckt haben.
00:19:10: Die ersten zwei Folgen sind draußen und in der ersten Folge geht es um die Teletubbies
00:19:14: und in der zweiten Folge geht es um Spongebob. und auch da tatsächlich nicht
00:19:18: nur, was ist das so, was ist Spongebob, sondern da geht es halt vor allem um
00:19:22: Creepypasta bei der Spongebob-Folge.
00:19:25: Also Sachen, die halt teilweise wirklich komplett weird sind.
00:19:28: Die teilweise halt in der Serie dazu geführt haben, dass man es gar nicht mehr zeigt.
00:19:33: Also es geht auch um eine Folge der Teletubbies, wo irgendwie ein Bär und ein
00:19:37: Wolf auftauchen und das muss wohl so derart verstörend gewesen sein,
00:19:41: dass die in der Originalform niemals nochmal im Fernsehen gezeigt wurde.
00:19:44: Man findet sie aber auf YouTube.
00:19:46: Und das ist der Punkt, mit dem Kaddi quasi in das Thema reingeht.
00:19:50: Und ich finde es klasse. Also ich habe sehr viel Spaß gehabt beim Hören.
00:19:52: Und die hatte ich es ja, glaube ich, auch empfohlen.
00:19:54: Genau, du hast mir dann die Folge auch mal geschickt. Und im Bereich der Abmoderation
00:19:58: hast du so ein Lesezeichen gesetzt.
00:20:00: Und die Abmoderation, die war auch sehr, sehr fresh. Also hat mir gefallen.
00:20:04: Ich habe auch tatsächlich geschmunzelt. Und ja, gleich reinhören, das lohnt sich.
00:20:08: Vielleicht kann Alex euch ja den Link in die Shownotes packen.
00:20:11: Ja, natürlich. Den schmeißen wir natürlich unten in die Shownotes.
00:20:15: Wie gesagt, ich mag Cold Mirror.
00:20:16: Ich verfolge die schon, seitdem sie irgendwann auf YouTube auch so mit so Sachen
00:20:21: angefangen hat, wie Mishurt Lyrics.
00:20:22: Das war so ein Ding, das sie, ich nehme an, damals noch mit Flash irgendwie
00:20:26: so animierte Videos gemacht hat.
00:20:28: Und das, was sie hört aus dem Song, also der Song ist natürlich in einer ganz
00:20:33: anderen Sprache, sei es auf Englisch oder auch ganz andere Sprachen.
00:20:37: Sie hört halt da quasi Sachen raus und wer jetzt gerade das hört,
00:20:42: kann ja mal bei YouTube Keks, alter Keks eingeben von Cold Mirror.
00:20:45: Viel Spaß damit, also es ist wild und ich mag den Humor einfach,
00:20:49: den sie da in dieses ganze Thema reinbringt.
00:20:51: Also vielleicht an der Stelle eine kleine Podcast. Ein kleiner Funfact noch,
00:20:55: ich durfte die Teletubbies als Kind nicht gucken.
00:20:57: Meine Mutter hat das mal gesehen und hat gesagt, die Scheiße,
00:21:00: lasse ich meine Kinder nicht gucken. Also sind meine Schwestern und ich ohne
00:21:03: Teletubbies groß geworden.
00:21:05: Wir wissen zwar, was es ist, aber ich glaube, mehr als eine Folge durften wir
00:21:08: gar nicht sehen. Da bin ich zu alt dafür gewesen.
00:21:11: Also Teletubbies waren so wie Pokémon tatsächlich schon nach der Zeit.
00:21:16: Also ich habe dieses ganze Pokémon- und Digimon-Zeug auch nicht mitbekommen.
00:21:20: Klar kennt man es und guckt es sich halt irgendwann heute als Erwachsener vielleicht
00:21:23: nochmal die Cartoons an.
00:21:25: Genauso wie One Piece und Dragon Ball und so weiter. Das ist halt alles ganz
00:21:28: cool, aber das war alles nicht mehr meine Zeit.
00:21:30: Gut, hatten wir zum Film noch was? Nee, also mit dem Film wären wir durch.
00:21:35: Das heißt, jetzt liegt der Bye Bye Dear Alex. Okay, ja. Sehr gerne.
00:21:40: Dann kommen wir tatsächlich zu unserer Serie und zwar haben wir als Serie ein...
00:21:47: Thematisch verwandtes Setting mitgebracht zu unserem Film.
00:21:50: Es geht bei Generation Kill nämlich um den Irak-Krieg und da ist es so,
00:21:56: dass in dieser Miniserie aus dem Jahr 2008.
00:22:00: Die übrigens auch auf dem gleichnamigen Buch von Ewan Wright basiert.
00:22:04: Ein Reporter in den Irak fährt und dort halt entsprechend den Krieg quasi begleitet.
00:22:12: Also der ist vom Rolling Stone, der kommt zur First Reconnaissance Battalion
00:22:17: einer Elite-Arneinheit der US-Marines und das sind mit die ersten Bodentruppen,
00:22:22: die in den Irak dann damals einmarschiert sind.
00:22:24: Und ja, der Reporter folgt denen halt, filmt die auch in den verschiedensten
00:22:29: Szenarien und zeigt einfach die Erlebnisse, die Ängste, den Frust und vor allem
00:22:34: die alltäglichen Herausforderungen des Krieges.
00:22:36: Und ich habe die Serie damals sehr gemocht, weil es halt eben nicht so dieses
00:22:40: typische heroische Thema ist, so hier, wir sind die Supersoldaten und wir machen
00:22:45: jetzt da diesen Feind kaputt,
00:22:47: sondern es ist halt wirklich diese nüchterne und auch zynische Art,
00:22:52: wie die Soldaten auch mit dieser ganzen Situation umgehen.
00:22:55: Also es gibt eine Szene, wo die halt mit ihrem Humvee durch die Wüste fahren
00:22:59: und einer hat halt Kopfhörer auf und hört halt Slipknot und fängt dann halt
00:23:02: auch an mit dem Bordgeschütz irgendwie zu schießen und wird über Lautsprecher,
00:23:05: wird halt irgendwie Speedmetal abgespielt.
00:23:07: Man kann es halt auch nur schwer verkraften, diese Situation.
00:23:11: Und dieser Zynismus, der übrigens auch in der Serie, die wir vorhin schon mal
00:23:15: hatten, also gerade bei MASH zum Beispiel oder auch Ein Käfig voller Helden,
00:23:19: was ja in dem Konzentrationslager in Deutschland spielt im Zweiten Weltkrieg,
00:23:22: dieser Zynismus, wie die Leute damit umgehen, die Soldaten, das wird auch in
00:23:26: der Serie tatsächlich sehr gut aufgegriffen.
00:23:28: Es steckt eine Menge schwarzer Humor da drin.
00:23:31: Und ja, es macht durchaus Spaß, wenn man das so nennen kann,
00:23:36: sich diese Serie anzugucken.
00:23:37: Vor allem, wenn man mit dem Blick auf den Hintergrund einfach mal sich überlegt,
00:23:41: dass halt sehr viele von den Leuten, die in dieser Serie auftauchen,
00:23:45: echte Marines sind, die auch wirklich dort gekämpft haben.
00:23:48: Also macht schon an der Stelle von dem her das Ganze auch ein bisschen echter und origineller.
00:23:54: Auch das Militärequipment, mit dem gearbeitet wurde in der Serie, ist komplett echt.
00:24:00: Also da ist nichts nachträglich irgendwie in beige angestrichen,
00:24:03: sondern das sind echte Fahrzeuge, es sind echte Waffen und echte Uniformen,
00:24:07: die da getragen werden. Also da ist nichts aus dem Prop-Department gekommen.
00:24:10: In dem Original wird auch ganz viel von dem Slang genannt.
00:24:16: Der halt militärtypisch ist, kommt im Deutschen jetzt nicht ganz so gut rüber.
00:24:19: Ich habe dann irgendwann mal auf Englisch geswitcht, da macht die ganze Sache
00:24:22: dann noch mal einiges mehr Sinn.
00:24:25: Und was man auch merkt, ist die verdammt gute Kameraarbeit und die Regie,
00:24:30: denn die haben David Simon und Ed Burns gemacht, die halt auch für The Wire
00:24:35: bekannt waren, für die fantastische Serie damals von HBO.
00:24:39: Und dadurch entsteht da einfach eine richtig gute Story draus.
00:24:42: Es ist zwar eine Kurzserie, die hat, ich muss kurz gucken, sechs,
00:24:47: acht, ich weiß es gerade gar nicht. Sieben Folgen.
00:24:50: Ja genau, zweimal daneben und ja, dadurch wird das Ganze halt wirklich sehr,
00:24:56: sehr gut annehmbar und ich muss sagen, mir hat das damals wirklich gut gefallen,
00:25:01: wie sie das dargestellt haben,
00:25:03: zumal es aus dieser Epoche der Kriegsführung halt auch relativ wenig gibt,
00:25:08: was halt nicht irgendwie komplett heroisch und hurra, wir sind die Supersoldaten.
00:25:13: Darstellung hat. Also oft ist es ja dann wirklich auch wieder wie vorhin zum
00:25:17: Thema Zweiter Weltkrieg, alter Wein in neuen Schläuchen,
00:25:20: aber das ist auch mal eine komplett andere Perspektive und auch die Beziehungen
00:25:25: zwischen den verschiedenen Soldaten und auch wie dort quasi miteinander umgegangen wird,
00:25:30: finde ich tatsächlich wirklich klasse und was mir auch gefällt ist,
00:25:34: dass hier keiner sagt, jawohl, die oberste Heeresführung sagt,
00:25:37: das muss so sein, dann passt das schon.
00:25:39: Sondern es wird halt auch recht viel Kritik einfach geäußert an diesem typischen
00:25:44: Militärbürokratismus und den fragwürdigen Entscheidungen der höheren Offiziere.
00:25:48: Und das finde ich auch gut, dass sie das halt auch so darstellen,
00:25:52: weil ganz ehrlich, es sind halt dort auch Führungsoffiziere im Einsatz,
00:25:56: die halt vorher wahrscheinlich nur in der Grundausbildung mal eine Waffe in
00:25:59: der Hand gehalten haben.
00:26:00: Und die sollen jetzt einen ganzen Platon einfach in irgendeine Richtung schicken.
00:26:03: Also es passieren auch ganz viele Pannen einfach, die sehr wahrscheinlich auch
00:26:08: einfach auf den Mangel an Erfahrung der Führungskräfte dann entsprechend anzubinden sind.
00:26:13: Und macht für mich definitiv eine Menge Sinn und die Serie einfach dadurch sehr sehenswert.
00:26:19: Klingt auf jeden Fall nicht verkehrt. Wo kann man die denn gucken,
00:26:22: wenn man jetzt sagt, man will die sehen?
00:26:24: Das ist tatsächlich eine sehr gute Frage. Ich kann es dir tatsächlich gar nicht beantworten.
00:26:29: Also auf HBO, ich glaube, es gibt einen Spatenkanal von HBO,
00:26:32: Sky, genau. Da müsste sie sein, genau da steht es auch, bei Sky Atlantic. Ah, okay.
00:26:39: Genau. Was ich selber herausgefunden habe, ist, dass ja auch hier ein nicht
00:26:43: unbekannter Schauspieler ja mitgewirkt hat.
00:26:45: Wir hatten es ja bei dem Film Die Fotografin mit Kate Winslet und hier haben
00:26:48: wir es offensichtlich mit Alexander
00:26:49: Skarsgård, der ja auch dem einen oder anderen durchaus geläufig ist.
00:26:54: Wo ich geschmunzelt habe war tatsächlich die Folgentitel auf Deutsch und auf
00:27:00: Englisch wo ich mir denke, was ist da mit den Übersetzungen wieder passiert.
00:27:05: Also Combat Jack im Original Folge 4 heißt auf Deutsch der Gestank des Todes, also,
00:27:12: Wie? Also da frage ich mich dann auch wieder, was passiert da?
00:27:16: Ja, das stimmt. Ja, aber wie gesagt, also musikalisch gut umgesetzt,
00:27:21: auch kameramäßig wirklich gut gemacht und weil es halt auch so gut wegkonsumierbar
00:27:25: ist mit sieben Folgen, ist das definitiv eine gute Sache.
00:27:29: Und was ich auch in den Kritiken gesehen habe, die Serie wird halt von vielen
00:27:32: Zuschauern und Kritikern einfach als eins der realistischsten Werke über moderne
00:27:36: Kriegsführung bewertet, das sowohl den Schrecken als auch die Menschlichkeit
00:27:40: des Krieges einfach zeigt.
00:27:41: Und das finde ich einfach bei der Serie wirklich ganz cool.
00:27:44: Also ich meine auch, ja da, wie gesagt, es gibt das auch in anderen Perspektiven.
00:27:48: Also Black Hawk Down zum Beispiel ist ja im Grunde genommen eine ganz ähnliche
00:27:53: Handlung, gleiches Setting, gleiches Szenario, gleicher Krieg.
00:27:57: Auch da sieht man das Ganze, dass das halt einfach furchtbar ist.
00:28:00: Aber dadurch eben aus einer Perspektive jetzt nicht von einem Soldaten gefilmt
00:28:05: ist, sondern aus der Perspektive des Rolling Stone Journalisten,
00:28:08: kommt da einfach ein anderer Blick drauf.
00:28:11: Weil für den ist es halt einfach nicht die Normalität, dass man eben sich so verhält.
00:28:16: Sondern er kommt halt einfach als Zivilist dorthin, bekommt dann halt eine Presseweste
00:28:21: über seine kugelsichere Weste Und ja, betrachtet das einfach auch mit einem
00:28:25: gewissen Abstand, weil er eben nicht Teil des Militärs ist.
00:28:28: Und von diesem Blickwinkel her, ähnlich wie bei unserem Film vorhin,
00:28:32: und deswegen haben wir die Serie eben auch in die Folge mit reingepackt,
00:28:35: ist es eben diese andere Perspektive, die es dem Zuschauer auch ermöglicht,
00:28:39: das Ganze einfach mit anderen Augen mal zu sehen.
00:28:42: Was ich auch sehr spannend finde, ist dann auch eben dafür, dass man viel Wert
00:28:46: darauf gelegt hat, das auch authentisch wirken zu lassen, dass man hier die
00:28:50: Serie in der irakähnlichen Topografie gedreht hat.
00:28:54: Ich habe ja schon vor einigen Folgen gesagt, dass ich ein großer Fan davon bin,
00:28:57: wenn man natürliche Schauplätze nimmt zum Drehen und eben nicht alles am Computer macht.
00:29:01: Und da hat diese Serie dann schon einen ganz, ganz großen Vorteil,
00:29:03: weil man in Mosambik, Namibia und Südafrika gefilmt hat.
00:29:06: Also damit man eben wirklich das Gefühl hat, man befindet sich in der irakischen Wüste. Ja, korrekt.
00:29:12: Und es sind halt auch ganz viele Sachen, und die tatsächlich zu diesem Stressfaktor
00:29:18: auch beitragen, wie es halt in echt ist.
00:29:20: Also ich habe in meinem Bekanntenkreis ein paar Leute, die halt tatsächlich
00:29:23: auch in Afghanistan gedient haben für die Bundeswehr.
00:29:27: Und da sind viele Sachen dabei, wie diese vergrabenen Rohrbomben am Straßenrand,
00:29:31: die IEDs zum Beispiel, dass du halt wirklich...
00:29:34: Auch heute, nachdem du im Einsatz gewesen bist, wenn irgendwas am Straßenrand
00:29:38: liegt, du bist so darauf trainiert, dass du halt einfach sofort denkst,
00:29:42: dass da irgendein Sprengsatz vergraben ist, das kriegst du halt auch nicht mehr raus.
00:29:45: Also gerade so diese posttraumatische Belastungsstörung, die natürlich viele
00:29:49: Soldaten aus dem Krieg wieder mit nach Hause bringen, das kann man schon ganz
00:29:52: gut nachvollziehen, wenn man sich die Serie anschaut,
00:29:54: weil das halt wirklich, es ist halt krass, weil du hast halt wirklich auf jedem
00:29:58: Meter das Gefühl, jetzt gleich passiert irgendwas.
00:30:00: Und dass da keiner mit mentaler, hundertprozentiger Gesundheit aus so einer
00:30:05: Situation wieder rausgeht, das ist, glaube ich, dann spätestens nach der Serie auch nachvollziehbar.
00:30:09: Klingt gut. Ich denke, werde ich mir, und das sage ich auch oft,
00:30:13: auf die eigene Watchlist setzen.
00:30:15: Aber ich finde, der Zweite Weltkrieg hat ziemlich viel an Material.
00:30:20: Ich glaube, über den Irakkrieg gibt es deutlich weniger, ist aber nicht weniger schlimm.
00:30:24: Der Krieg ist ja auch ein schlimmer Krieg, den die Amis da vom Zaun gebrochen
00:30:26: haben. gucke ich mir definitiv an.
00:30:29: Ob ich es dieses Jahr noch schaffe, weiß ich nicht, aber werde ich machen.
00:30:33: Ja, im Verhältnis gesehen ist, sag ich mal, Irak das ganze Thema, es wird mehr.
00:30:39: Wie gesagt, aber halt oft dann so mit actionlastigeren Themen.
00:30:43: Korea gibt es kaum was drüber, tatsächlich. Vietnam wiederum gibt es dann doch eine ganze Menge.
00:30:48: Aber natürlich dann auch teilweise sehr heroische Darstellung.
00:30:53: Ich nehme jetzt mal einfach Hamburger Hill zum Beispiel. Der ist zwar saumäßig
00:30:57: brutal, aber es ist halt trotzdem sehr viel USA, was damit eine Rolle spielt.
00:31:01: Also den erhobenen Zeigefinger von dem Platoon haben halt sehr wenige Filme aus der Zeit.
00:31:07: Ja, aber das ist dann eben aber auch wahrscheinlich wieder dem Land geschuldet,
00:31:10: was diese Filme produziert, diese USA-Glorifizierung.
00:31:14: Und ich finde, dann wird es schwer, wenn man mal was Kritisches suchen möchte.
00:31:18: Gibt es bestimmt, aber wenig.
00:31:20: Ja, das stimmt wohl, ja. Ja, prima. Dann, glaube ich, sind wir tatsächlich für
00:31:25: heute schon wieder durch.
00:31:26: Wenn ich so auf die Uhr gucke, wir sind etwas über 30 Minuten schon wieder. Genau.
00:31:30: Wenn ihr jetzt irgendeine Empfehlung habt für einen Kriegs- oder Antikriegsfilm,
00:31:34: wo ihr sagt, Mensch, das habt ihr noch nie drüber gesprochen,
00:31:37: ihr seid doof, ihr kennt euch überhaupt nicht aus mit dem Thema,
00:31:39: dann lasst uns das doch gerne mal in den Kommentaren einfach als Empfehlung
00:31:42: da. Schickt uns gerne eine Nachricht.
00:31:44: Schickt uns gerne auch eine Sprachnachricht über Speakpipe.
00:31:46: Ihr wisst, wie es geht. Steht alles unten in den Shownotes.
00:31:49: Und ja, auch vielleicht an der Stelle einfach nochmal auch der Hinweis darauf,
00:31:54: wenn ihr gerne möchtet, dass wir mal über irgendeinen Film oder irgendeine Serie
00:31:58: explizit sprechen sollen, da machen wir das natürlich.
00:32:01: Ihr habt es in der Marvel-Special-Folge gehört, auf den Wunsch eines Hörers
00:32:05: aus Dresden, glaube ich, war das? Dresden, genau. Ja, genau.
00:32:08: Machen wir das natürlich sehr gerne. Also wenn euch da was gefällt,
00:32:11: dann bitte einfach mal sagen, dann schauen wir uns das an und reden natürlich da auch drüber.
00:32:15: Und wenn ihr auch mit darüber reden wollt, kriegt ihr sogar eine Einladung von
00:32:18: uns, dann dürft ihr hier uns live im Studio begleiten. Das können wir natürlich
00:32:21: auch gerne mal machen, gar kein Problem.
00:32:23: Das wäre natürlich eine schöne Idee. Wir würden uns freuen, wenn sich jemand
00:32:26: findet und Bock darauf hat.
00:32:28: Gut, dann würde ich sagen, in diesem Sinne, das war Folge 28 der Bildschirm Buddies.
00:32:33: Und dann hören wir uns in zwei Wochen wieder. Ich gucke mal,
00:32:37: ob wir hier was spoilern können, worüber wir reden. Ah, es geht um Weihnachten.
00:32:40: Es ist ja auch der Nikolaustag.
00:32:42: Genau. Wie könnte es anders sein? In der nächsten Folge wird es weihnachtlich.
00:32:47: In diesem Sinne, Pascal, dir noch einen wunderschönen Tag. Euch auch ein schönes Wochenende.
00:32:52: Oder was weiß ich, wann ihr uns halt auch immer hört. Das da einfach als Platzhalter
00:32:56: verwenden. Und dann bis zum nächsten Mal.
00:33:00: Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Ciao.
00:33:02: Music.
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